Vorträge:

Di. 17. Januar 2017
20.00 Uhr

kleiner Saal unten
Gnade als Möglichkeit der Freiheit – Pelagius als Kämpfer für die Autonomie des Ich

Vor genau 1600 Jahren, im Jahr 417, wurde Pelagius exkommuniziert. So siegte Augustinus im Kampf um einen stimmigen Begriff der Gnade. Mit ihm siegte ein negatives Menschenbild, nach dem die Natur des Menschen auch nach Tod und Auferstehung Christi an sich nicht fähig ist, ausgehend von der freien Initiative der Person eine Verbindung mit dem Geiste zu erreichen. Pelagius vertrat dagegen ein mehr positives Menschenbild, nach dem die Natur des Menschen von Christus gerade die Möglichkeit einer bedingungslos freien Öffnung für den Geist geschenkt bekommt: ALLE Menschen können die Entscheidung treffen, sich zum Licht des Geistes zu wenden! Ist es nicht vielleicht an der Zeit, Pelagius' Begriff der Gnade in ihrer Bedeutung für unsre apokalyptische Gegenwart zu entdecken? Könnte die gegenwärtige Neigung zur Delegierung von Entscheidungen doch nicht vielleicht mit einem Menschenbild engstens zusammenhängen, in dem das Schicksal des/der Einzelnen im Grunde durch die imponderable Entscheidung einer äußeren, rein transzendenten Macht vorbestimmt, das ist prädestiniert wird?

Prof. Salvatore Lavecchia, Udine
 
Fr. 3. Februar 2017
16.30 Uhr

Germanisches Nationalmuseum
Spirituelle Aspekte im Leben Karls IV.
Führung durch die Sonderausstellung im Germanischen Nationalmuseum mit Martin Turner


Treffpunkt Germanisches Nationalmuseum
Foyer, Kartäusergasse 1
Anmeldung unter 0911 / 377 619 21 oder martin@implizit.org
 
Fr. 10. Februar 2017
20.00 Uhr

kleiner Saal unten
Das Christuswirken in der Natur und im Menschen in Bezug zu aktuellen Zeitfragen

Wir leben uns heute immer mehr in eine ganz neue Zeit, mit neuen Möglichkeiten aber auch mit neuen Aufgaben und neuer Verantwortung ein. Der Himmel öffnet sich dem suchenden Bewusstsein. Wir nehmen die Welt wacher war, sind achtsamer auf unseren Bruder, sind aber auch empfindlicher, sensibler. Eine neue Geistigkeit wird sich über Europa ergießen. So Rudolf Steiner mit dem Blick auf das Jahr 1950.
Eine Möglichkeit in unserem Inneren ein lebendiges Erleben des Christuswirkens in der Natur und in uns zu bekommen, ist das Hineinleben in den okkulten Jahreslauf. Die wechselnden Erscheinungen der Jahrzeiten können uns hierfür nur ein Abbild sein.
Der Eintritt der Wiederkunft Christi in den Naturreichen ist ein Ereignis, auf das kein anderes Wesen einen Einfluss hat. Das tritt völlig unabhängig von dem auf, ob wir unsere geistigen Aufgaben hier auf der Erde erfüllen oder nicht. So wie niemand das Mysterium von Golgatha verhindern konnte, vollbrachte der Christus auch sein neues Mysterium. Es ist eine höhere Notwendigkeit, die durch die Tat des Christus und die geistige Führung eingetreten ist. Darauf hat kein Mensch, kein Wesen einen Einfluss. „Das Gesetz muss sich erfüllen“.


Ralf Rößner, Altdorf
 
Di. 14. Februar 2017
20.00 Uhr

Saal oben
Wandel, Entwicklung und Fortschritt in SEKEM, Ägypten und der Welt

Die gegenwärtige Situation Ägyptens erscheint auf den ersten Blick deprimierend und wenig hoffnungsvoll. Angefangen bei der stark bedrohten Umwelt, über die wirtschaftliche Abhängigkeit bis hin zum mangelhaften Bildungssystem und dem kaum zu findenden Raum für Geistesleben – Ägypten scheint in allen Bereichen ausgetrocknet wie die Wüste selber. Trotzdem glauben Helmy Abouleish und die SEKEM Initiative, dass Wandel und Fortschritt möglich sind. Und zwar durch Einsicht anstatt durch Krise. Helmy Abouleish, Geschäftsführer der ägyptischen SEKEM Initiative für nachhaltige Entwicklung, erläutert in seinem Vortrag, warum das SEKEM-Modell selber ihn zuversichtlich stimmt, warum ein Blick in die Vergangenheit wichtig ist und stellt sich Fragen, die laut Sokrates oft von größerer Bedeutung für Fortschritt sind als Antworten.

Helmy Abouleish, Sekem-Farm, Ägypten
 
Sa. 18. Februar 2017
20.00 Uhr

Saal oben
Elektrizität, moderne Technologien und Steiners Begriff „Unter-Natur“

"Unsere Technik wird zunehmend elektrisch betrieben. Mit den Automotoren werden in den nächsten Jahrzehnten die letzten „klassischen“ Technologien von der Elektrizität zurückgedrängt. – Kann man auf der Grundlage eines phänomenologischen Zugangs etwas über das Wesen der Elektrizität, dieses „unwahrnehmbare Etwas“ erfahren? Wie verhältes sich zu dem, was Rudolf Steiner in seiner letzten schriftlichen Darstellung als „Unter-Natur“ bezeichnet hat? Und schliesslich: Was kann man tun, um in einer technisierten Welt sein spirituelles Menschentum zu erhalten?"

Johannes Kühl, Naturwissenschaftliche Sektion am Goetheanum, Dornach, Schweiz
 
Di. 14. März 2017
20.00 Uhr

kleiner Saal unten
Autonomie und Freiheit des Denkens: Charakterzüge mittelalterlicher Wissenschaftsgeschichte

Autonomie und Freiheit des Denkens sind wesentliche Charakterzüge der abendländischen Bildungs- und Wissenschaftsgeschichte. Der Vortrag zeigt auf, dass die Kultur des Mittelalters innovative Grundlagen dieser Wissenschaftsgeschichte geschaffen hat. Eine der wichtigsten "Erfindungen" war der Hochschultyp, der seit dem 13. Jahrhundert mit dem Namen „Universität“ in die Geschichte eingegangen ist. Aber auch zuvor schon hatten Klöster als Träger von Wissenschaft und Bildung stets nach Autonomie gestrebt und einschlägige Privilegien erworben. In diesem autonomen institutionellen Rahmen wurde eine Philosophie der "Freiheit des Entscheidens" entwickelt, die einen wegweisenden Charakter auch für die Moderne hatte, weil sie der Erkenntnis des Richtigen den Vorzug gegenüber Utilitarismus oder unreflektierter Orientierung an vermeintlichen Normen und Autoritäten gab.

Prof. Dr. Thomas Krüger, Augsburg
 
Di. 25. April 2017
20.00 Uhr

kleiner Saal unten
Der neue Wein – Die Hochzeit zu Kana.
Die Migrationswelle – Seine Stunde ist gekommen?




Rosalinde Weber-Hohengrund, Schwabach
 
Di. 9. Mai 2017
20.00 Uhr

Saal oben
Vom ewigen Namen des Menschen und seinem Auftrag als Individuum

Jeder Mensch hat ein persönliches und ein überpersönliches Schicksal, das mit seinem "ewigen Namen" zusammenhängt und mit den Zielen der Weltentwicklung. Der Vortrag möchte auf geisteswissenschaftlicher Grundlage Denkanstöße zu dieser aktuellen Thematik geben.

Mario Betti, Plüderhausen
 
Di. 23. Mai 2017
20.00 Uhr

kleiner Saal unten
Pfingsten
mit Lichtbildern


Dr. Manfred Krüger, Nürnberg
 
Di. 30. Mai 2017
20.00 Uhr

Saal oben
„Heilige Elisabeth bitte für mich“.
Der Christusimpuls in Wagners „Tannhäuser“

mit musikalischen Beispielen am Klavier
Auslöser für Wagner war ein Maria-Bild in Aussig von Dolci; war die Konfrontation von Wartburg/Elisabeth mit Venus/Hörselberg; himmlische und irdische Liebe und Erlösung vom Fluch des Bösen. Werkbetrachtung mit Klavier

Marcus Schneider, Basel
 
Di. 20. Juni 2017
20.00 Uhr

kleiner Saal unten
Friedrich Rückert und die Idee der wiederholten Erdenleben
Zum 150. Todestag des Dichters
Im 18. und 19. Jahrhundert ist der Wiederverkörperungsgedanke von vielen bekannten und bedeutenden Denkern und Dichtern in ihren Werken thematisiert worden. Auch bei Friedrich Rückert (1788-1866) finden wir in der „Weisheit des Brahmanen“ Gedichte die diese Thematik zum Inhalt haben. Zunächst könnte diese Idee aus der Überlieferung der Vorzeiten, aus poetischer Phantasie oder aus intellektueller Spekulation entstanden sein.
Erst durch die exakte übersinnliche Forschung von Rudolf Steiner haben diese Gedanken mit aller Deutlichkeit ihren fundamentalen und verpflichtenden Ernst gefunden.
Dem Weg dieser Idee von Schicksal und Wiederverkörperung durch die genannten Zeiträume soll in dem Vortrag nachgegangen werden.


Bernd Händler, Schwebheim